Schüleraustausch mit Polen

Seit dem Jahr 2009  besteht ein Schüleraustausch zwischen dem Christian von Mannlich Gymnasium und dem Liceum Ogolnoksztalcace in Dubiecko. Zu Beginn stellte sich für viele Schüler und Eltern die Frage, aus welchen Gründen eine deutsche Schule einen Schüleraustausch mit einem osteuropäischen Land anstrebt!?

Zunächst einmal stellt Polen einen zunehmend bedeutenden Wirtschaftsfaktor innerhalb Europas dar, für den sich auch immer mehr deutsche Unternehmen interessieren. Somit wird es den ein oder anderen Schüler nach seiner Schullaufbahn vielleicht aus beruflichen Gründen in ein Land verschlagen, zu dem bereits Berührungspunkte bestehen. Deshalb sollte das Interesse der Schüler an einem osteuropäischen Land geweckt werden, da aufgrund des geschichtlichen Kontextes bei den Schülern vorwiegend eine West-Orientierung (Frankreich, England und USA) vorliegt.

Das Mannlich Gymnasium steht hierbei nicht alleine da, denn das Saarland hat eine Partnerschaft mit der Wojwodschaft Podkarpackie (ähnlich unserem Bundesland) in Polen, und auch zwei Kreise kooperieren miteinander: der Saarpfalz-Kreis und Przemysl. Mit diesem Background konnte das Abenteuer Polen beginnen.

Abwechselnd besuchen in einem Jahr die polnischen Schüler Deutschland und im darauffolgenden Jahr die deutschen Schüler Polen.

Der  Aufenthalt in Polen beginnt in der  kulturell sehr vielfältigen heimlichen Hauptstadt Polens, Krakau. Die Unterbringung der Schüler findet dort in einer sehr zentral gelegenen Jugendherberge mit dem Namen „Mamas Hostel“ statt. Sie ist klein, sehr familiär und man kann dort Studenten aus aller Welt begegnen, die die Vielfältigkeit Krakaus schätzen. Neben der Besichtigung des Wawels und des historischen Marktplatzes findet mit unseren Schülern durch die Besichtigung einer Synagoge sowie einer Fahrt zu der Fabrik von Schindler auch eine Einstimmung in die jüdische Vergangenheit statt.

Erst nach dieser Einstimmung kommen am zweiten oder dritten Tag die polnischen Schüler nach Krakau, um gemeinsam mit den deutschen Freunden Auschwitz zu besichtigen. Die gemeinsame Vergangenheit wird den deutschen und polnischen Schülern in Auschwitz ebenso bewusst wie die Notwendigkeit einer demokratischen europäischen Ordnung und die Achtung der Menschenrechte und des Rechtssystems. Dies wird auch von vielen Schülern so gesehen. In dem sich anschließenden Workshop in der Partnerschule in Dubiecko betonten sie die Notwendigkeit des Besuchs außerschulischer Lernorte, da diese über die Emotionalisierung eine andere, bewusstere Reflexion über die Vergangenheit ermöglicht und zu einem  persönlichen Engagement in der Zukunft führt.

Neben der politischen und historischen Orientierung liegt ein weiterer Schwerpunkt des Aufenthaltes auf sportlichen Aktivitäten So spielen die Schüler etwa in gemischten Teams Fußball und Volleyball. Ein besonderes Highlight im Jahr 2011 war eine 20 km Kanutour mit deutsch-polnischen Mannschaften.

Des Weiteren finden gemeinsame Aktivitäten wie das Kochen polnischer Gerichte, gemeinsame Grillabende oder gemeinsame Treffen am Lagerfeuer statt.

Am Ende eines solchen gemeinsamen Aufenthalts stellen viele Schüler voll Überraschung fest, dass Polen ganz anders ist, als sie dachten. Sie sind fasziniert von Krakau, interessiert an Auschwitz und überrascht über die polnischen Schüler, mit denen sich natürlich Freundschaften ergaben. Vor allem stehen bei dem Austausch, bei dem die Schüler überwiegend in der Drittsprache Englisch reden, vor allem die neuen Kontakte und der Spaß im Vordergrund.